Review: HiKam S6 IP-Kamera

HiKam S6 Review

Die Firma HiKam Deutschland hat uns freundlicherweise ein Exemplar der HiKam S6 zum Testen überlassen. Auf diesem Weg nochmals vielen Dank für die Bereitstellung!


Wir hatten nun die Möglichkeit die Kamera ausgiebig in verschiedenen Anwendungsszenarien zu Testen und stellen Euch diese hier vor.

Design + Ausstattung


Die HiKam S6 ist eine IP-Kamera mit einer max. Auflösung von 1280x720p für den Einsatz im Innenraum. Sie besitzt ein weißes Kunststoffgehäuse, das mittels schwenkbarem Scharnier an einem Stellfuß befestigt ist. Am Stellfuß selbst ist eine Grundplatte integriert, die sich über einen Bajonettverschluss arretieren lässt.
Die Kamera lässt sich über den Stellfuß um 180° neigen - allerdings nur manuell. Die automatische Rotation ist mit der HiKam S6 leider nicht möglich.

Die Kameraeinheit selbst ist in schwarzem Kunststoff gefasst. Neben der Linse sind hier eine IR-LED für die Nachtsichtfunktion, ein Lichtsensor sowie eine Benachrichtigungs-LED untergebracht.


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Seitlich befindet sich der Micro-SD-Kartenslot, auf der Rückseite ein Lautsprecher, ein Mikrofon und der Reset-Button. Auf der Unterseite befindet sich noch der Anschluss für die Micro-USB-Stromversorgung.
Da das Gehäuse auf der Rückseite Öffnungen aufweist ist die Kamera folglich nicht wasserdicht - da sie jedoch nur für die Innenraumanwendung vorgesehen ist, ist das vertretbar.

Im Lieferumfang sind ausserdem noch Netzteil + Anschlusskabel, Schrauben und Dübel sowie eine kleine Klammer zum drücken des Reset-Buttons.




Konnektivität

Die Kamera wird über WLAN mit dem Heimnetzwerk verbunden. Dazu benötigt man zuerst die HiKam App die für Android sowie iOS verfügbar ist und über den jeweiligen App-Store heruntergeladen werden kann.

In unserem Test verwenden wir die Android-App, die vom Design her jedoch auch stark einer älteren iOS-App gleicht.

Es existiert ebenso eine Windows-Applikation sowie MacOS-Applikation die den Zugriff auf die Kamera ermöglicht. Diese kann von der Hersteller-Website heruntergeladen werden.


Zur HiKam Downloadseite

Einrichtung der Kamera

Die Kamera für den ersten Gebrauch mit dem lokalen WLAN-Netzwerk gekoppelt werden. Dies kann man auf mehrere Wege erledigen:


Zunächst müssen wir uns bei HiKam ein kostenloses Benutzerkonto erstellen und uns damit in der App einloggen. Anschließend drücken wir das "+"-Symbol in der App um eine neue Kamera hinzuzufügen.


  1. AirLink - In diesem Modus empfängt die Kamera die Konfiguration des WLAN Netzwerks direkt. Dazu muss die Kamera mit dem Stromnetz verbunden werden und ca. 30 sek. gewartet werden, bis die LED an der Kamera blau blinkt und ein Piep Geräusch ausgegeben wird. Nun können per App die WLAN-Zugangsdaten übertragen werden.
  2. AP-Modus - In diesem Modus, der aktiviert wird indem man den Reset-Knopf der Kamera ca. 10 Sekunden gedrückt hält, erstellt die HiKam S6 einen eigenen WLAN Access-Point mit dem man sich verbindet und dadurch die Zugangsdaten zum WLAN überträgt. Der AP-Modus kann außerdem dazu verwendet werden, die Kamera ohne Router zu verwenden.

HiKam Installationsvorgang


Bei unserer Ersteinrichtung hat leider die Installation per AirLink (über die Android-App) nicht funktioniert - die Übertragung der Zugangsdaten liefen in den Timeout. Die Übertragung per AP-Modus liefen dagegen meist reibungslos. Wichtig ist hier auch anzumerken, dass bei Eurem Router ein DHCP-Server sowie das WLAN-Verschlüsslungsverfahren WPA2 mit AES-Authentifizierung eingestellt ist.


Nachdem die Kamera erfolgreich verbunden wurde, ist sie auf der Startseite der App sichtbar und kann verwendet werden.


Verwendung der App

Startseite

Auf der Startseite der App werden alle eingerichteten Kameras angezeigt. Hier kann zum Live-Bild der Kamera gewechselt, die Alarm-Funktion aktiviert oder die Einstellungen der Kamera angepasst werden.


HiKam App Startscreen


Live-Übertragung

Die Live-Übertragung wird über einen Klick auf das große Icon gestartet. Die App wechselt in den Panorama-Modus und zeigt das Live-Bild an. Dieses kann nun wahlweise in SD oder HD übertragen werden. Die Latenz hängt stark von der Netzwerkgeschwindigkeit und Signalqualität des WLANs ab. Unter guten Bedingungen ist die Übertragung fast verzögerungsfrei, sogar im HD-Modus.


HiKam Livebild


Da es sich um eine Überwachungskamera und keine Fotokamera handelt, möchten wir die Bildqualität nicht mit hohen Maßstäben beurteilen. Für eine Überwachungkamera ist sie sehr ansehnlich. Unterschiedliche Lichtverhältnisse stellt die Kamera gut dar. Zum Beispiel lassen sich Autokennzeichen in einer Entfernung von 15m noch gut lesen.


Bei entsprechenden Dämmerungsbedingungen schalten sich die IR-LEDs (PIR) der Kamera automatisch ein und ein mechanischer IR-Filter wird über die Optik der Kamera geschwenkt. Der IR-Scheinwerfer beleuchtet Objekte gut 15m entfernt noch ausreichend.


HiKam Nachtsicht


Über die Buttons in der App kann die Aufnahme des Videos gestartet werden, Snapshots erstellt werden und das Mikrofon zur Liveübertragung des Tons aktiviert werden. Mit dem Mikrofon-Button in der Mitte kann zudem eine Push-to-Talk Funktion aktiviert werden um über den Lautsprecher der Kamera etwaige Einbrecher abzuschrecken.


Aufgenommen Bilder und Videos werden auf der microSD-Karte der Kamera gespeichert und können auch über die App drahtlos aufs Smartphone übertragen werden.


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Alarm-Modi

Eine richtige Überwachungskamera benötigt natürlich Funktionen zur Bewegungs- bzw. Personenerkennung, verbunden mit einer Alarm-Funktion. Hier bietet die HiKam S6 auch zwei Modi zur Bewegungs- sowie Personenerkennung.


Alarm starten / einrichten

Der Alarm kann über den Alarm-Hauptschalter aktiviert werden. Zuvor muß dieser jedoch eingerichtet werden. Dazu klicken wir neben der Kamera auf Einstellungen und im Einstellungsmenü auf Alarm-Einstellungen.

HiKam Alarm einrichten

In den Einstellungen kann nun der Alarm Push aktiviert werden. Damit bekommen wir eine Push-Nachricht auf dem Telefon sobald ein Alarm ausgelöst wurde. Des weiteren können wir hier auch eine E-Mail-Adresse hinterlegen an die die Alarmnachrichten geschickt werden sowie einen Zeitplan einstellen, der den Alarm zeitgesteuert aktiviert bzw. deaktiviert.
Die Erkennungsmodi funktionieren wie folgt:

Bewegungserkennung

Die Bewegungserkennung wird klassisch von der Kamera durchgeführt - Hierbei werden mehrere aufeinanderfolgende Bilder miteinander verglichen und bei Unterscheidungen ein Alarm ausgelöst. Die Alarmschwelle kann mittels Empfindlichkeitseinstellung reguliert werden. Diese Art von Erkennung kann natürlich nicht zwischen Personen und anderen sich bewegenden Gegenständen wie Autos, sich bewegenden Bäumen oder Wolken unterscheiden.


HiKam Bewegungserkennung


Sie funktioniert jedoch bei Bereichen ohne die oben genannten Wechsel (z.B. im Haus) sehr gut, wenn man sich mit der Empfindlichkeitseinstellung ein wenig beschäftigt.

Personenerkennung

Da die Unterscheidung zwischen sich bewegenden Bilder und die Erkennung von Personen komplexere Algorithmen benötigt, überträgt die Kamera die Bilder auf den HiKam Server wo die Personenerkennung durchgeführt wird. Laut HiKam-Webseite werden die Daten jedoch ausschließlich auf Servern in der EU (Frankfurt oder Dublin) übertragen.

Sirene

Aktiviert man die Sirene so produziert die Kamera bei ausgelöstem Alarm einen Alarmton um etwaige Einbrecher abzuschrecken.


Alarmhistorie

Zurück im Hauptmenü können unter Alarmhistorie die letzten Alarmprotokolle eingesehen werden. Voraussetzung ist natürlich das man eine micro-SD-Karte verbaut hat. Es wird angezeigt, warum ein Alarmereignis ausgelöst wurde und man kann den entsprechenden Video-Clip dazu anschauen.


HiKam Alarmhistorie


Hier greift auch die neue Cloud-Funktion die mit dem letzten Firmware-Update hinzugefügt wurde - Sie sorgt dafür, dass ca. 6-12 Sekunden Video-Clips für 72 Std der HiKam-Cloud gespeichert werden. Das hat den Zweck, dass Videos abgerufen werden können auch wenn keine Verbindung zur Kamera besteht oder diese deaktiviert wurde.


Über den Menüpunkt Abspielen können die aufgenommenen Videos dann auch abgespielt werden.


HiKam PC - Software für Windows / MacOS

HiKam bietet für seine Kameras auch einen Client für Windows sowie MacOS an. Diese kann über die HiKam Webseite kostenlos heruntergeladen werden.


HiKam PC (Windows) - Externer HiKam Server


HiKam PC (MacOS) - Externer HiKam Server


Nach der Installation kann man sich mit dem Login admin / admin in die Software einloggen. Anschließend wird eine konfigurierbare Oberfläche mit mehreren Überwachungsfenstern angezeigt. Hier können die verfügbaren Kameras hinzugefügt werden.


HiKam PC-Client


Die PC-Software erlaubt das direkte Aufnehmen von Bildern und Videos auf dem PC. Diese werden als BMP bzw. als AVI-Videos auf dem PC gespeichert.

Außerdem lassen sich wie an der App auch die Alarmhistorie sowie die dazugehörigen Aufnahmen abrufen.

Integration ins Smart-Home

Da die Kamera den ONVIF-Standard unterstützt, lässt sich der Stream der Kamera auch zum Beispiel mit dem VLC-Player öffnen. Dazu muss die IP-Adresse der Kamera ermittelt werden (Einstellungen -> Kamera-Info) und anschließend im VLC per "Gerät öffnen..." gestartet werden.


HiKam VLC URL


HiKam VLC Stream


Durch diese Möglichkeit kann die HiKam S6 auch in die Heimautomation wie z.B. openHAB (Generic IP Camera Binding) oder Synology Surveillance eingebunden werden. Wie das funktioniert zeigen wir Euch in einem separaten Beitrag.

Support

Zu erwähnen ist auch die sehr gute, deutsche Support-Seite von HiKam. Hier können neben dem Download der Software bzw. der deutschsprachigen Handbücher auch auf Video-Tutorials zu Einrichtung und Problemlösung zurückgegriffen werden. Ein FAQ sowie Ticket-System sind ebenso vorhanden.


Zu finden ist die Supportseite hier, der YouTube-Kanal hier.

Fazit

Die HiKam S6 überzeugte uns durch eine relativ einfache Installation und ein durchdachtes Bedienkonzept für einen attraktiven Preis. Die Bildqualität und Übertragungsrate ist ausreichend für eine Überwachungskamera.

Die App könnte optisch etwas an aktuelle Designrichtlinien angepasst werden, funktioniert aber recht stabil und wird momentan auch noch weiterentwickelt. Leider hat die Airlink-Verknüpfung mit dem WLAN nicht funktioniert, auch hat die Android-App in einer früheren Version öfters die Bindung zur Kamera verloren, dies wurde aber mit der aktuellen Version behoben.


Die Unterstützung des ONVIF bzw. RTSP-Protokolls bieten Integrationsmöglichkeiten in andere Anwendungen. Der deutschsprachige Support ist gut und nicht selbstverständlich.

Aus diesen Gründen können wir die Kamera für den Einstieg in die Welt der IP-Kameras voll empfehlen!

    Über den Autor

    Gründer und Autor von worldoftech.de

    Seit 25 Jahren im Bereich IT unterwegs, leidenschaftlicher Computerspieler, Technik-Freak und begeistert von allem was einen Motor (Auto/Motorrad/Flugzeug) hat.


    Nutzt Zuhause openHAB2 zusammen mit HomeMatic Komponenten sowie netatmo als Wetterstation. InfluxDB und Grafana zur Auswertung. Weitere Gadgets von Xiaomi, Sonos und Samsung

    Patrick Team

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